Im letzten Beitrag hatte ich Dir einen anschaulichen und praxisbezogenen Artikel versprochen. Hier ist er. Es geht um die Zukunft von Autos und Mobilität im Allgemeinen.

Die folgenden Betrachtungen sind vom Grundsatz her nicht von mir selbst entwickelt, sondern einem Vortrag von Prof. Dr. Gunter Dueck entnommen. Insofern kannst Du im Web jede Menge vertiefende Information finden.

Hast Du schon einmal über das Thema Mobilität in der Zukunft nachgedacht? Wie werden wir in ein paar Jahren von A nach B kommen? Und was wird uns in diesem Zusammenhang wichtig sein?

Man sagt, das Auto sei der Deutschen liebstes Kind. Und irgendwo stimmt das ja auch. Natürlich haben wir durch unsere eigene Autoindustrie eine spezielle Situation. Dort, wo man Autos baut, fährt man sie auch gerne.

Und doch wird sich auch bei uns in den nächsten Jahren so einiges ändern…

Ein paar Fakten vorab

Statistisch gesehen, stellt in einem durchschnittlichen Haushalt das Auto nach dem Thema Wohnen den zweitgrößten monatlichen Kostenblock dar.

Anfang 2017 waren in Deutschland zirka 45 Millionen Fahrzeuge (Pkw) zugelassen. Die durchschnittliche Kilometerleistung pro Jahr (2016) betrug 14.015 Kilometer (Angaben: Kraftfahrt-Bundesamt).

Legt man diese Angaben zu Grunde, kann man leicht ausrechnen, dass jedes Auto durchschnittlich weniger als 10 Prozent des Tages genutzt wird.

Über 90 Prozent des Tages stehen die Autos in der Gegend herum, verbrauchen Platz und verlieren an Wert. Und das nicht zu knapp.

Eine Bewertung dieses Zustandes verkneife ich mir 😉 Überall suchen wir in den Krümeln und optimieren wenige Prozent. Nur beim Thema privates Auto sehen wir großzügig über eine absolute Unwirtschaftlichkeit hinweg.

Mobilität neu denken

Erinnere Dich einmal an meinen letzten Beitrag. Dort habe ich davon gesprochen, dass man in Zeiten des radikalen Wandels Dinge grundsätzlich überdenken muss, weil eine Optimierung in Details kaum weiterhilft.

Wir dürfen unsere Überlegungen also nicht auf das Produkt “Auto”, wie wir es heute kennen, beschränken, sondern müssen das Thema Mobilität komplett neu denken.

Was wäre beispielsweise mit folgendem Ansatz:

Stellen wir uns vor, wir verzichten komplett auf Autos im Privatbesitz.

Stattdessen gäbe es eine Flotte von autonom fahrenden Elektroautos. Jeder könnte ein solches Auto als eine Art selbstfahrendes Taxi nutzen. Ein Klick auf die Smartphone App und in wenigen Minuten steht das bestellte Auto vor der Tür.

Wie oben besprochen benötigen wir unsere Autos im Durchschnitt nicht einmal 10 Prozent des Tages. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir im Rahmen eines Sharing-Modells rechnerisch auch mit nur 10 Prozent der Autos auskämen. Die wären dann aber voll ausgelastet und immer in Bewegung.

Standzeiten gäbe es nur während der Betankung, ich meine natürlich Aufladung 😉 Dies könnte man dezentral in mehreren, optimalerweise außerhalb der Ortschaften gelegenen, großen Ladestationen machen. Eine Art “Service-Station”, in die jedes Fahrzeug zum Aufladen oder Austausch der Akkus eigenständig hineinfährt.

Natürlich ist die rechnerische Betrachtung einer Reduzierung der Anzahl auf 10 Prozent nicht ganz korrekt. Es gibt Stoßzeiten, wo deutlich mehr Menschen gleichzeitig transportiert werden müssen als im statistischen Mittel. Darüber hinaus müssten die Aufladezeiten ebenfalls eingerechnet werden.

Bewerten wir diese Faktoren der Einfachheit halber noch einmal mit 25 Prozent.

Unter diesen Annahmen könnten wir die Anzahl der Autos von 100 Prozent auf immerhin 35 Prozent reduzieren.

Kannst Du Dir vorstellen, was die Umsetzung dieses Konzeptes für uns alle bedeuten würde?

Mehrwert für Umwelt und Mensch

Jeder wäre absolut mobil. Besonders für ältere Menschen eine tolle Sache. Sie könnten – durch ihre neu gewonnene Mobilität – länger in ihren eigenen Wohnungen bleiben und müssten sich nicht im Heim versorgen lassen.

Der Straßenverkehr würde wesentlich sicherer. Unfälle durch menschliches Versagen, Alkohol oder Raserei wären kein Thema mehr. Kollektive Intelligenz der Fahrzeuge, die darüber hinaus ständig optimiert würde, ist den Fähigkeiten individueller Fahrer in Sachen Sicherheit überlegen.

Wir würden die Umwelt weniger belasten.

Auch Staus und verstopfte Straßen gehörten der Vergangenheit an. Sie entstehen ausschließlich durch Unfälle (die dann wesentlich seltener wären) oder durch verzögerte Reaktionszeiten beim Anfahren oder Abbremsen menschlicher Fahrer.

Darüber hinaus könntest Du Deine Fahrzeiten konstruktiv verbringen: lesen, lernen, arbeiten oder entspannen. Ganz, wie Du es willst.

Stell Dir vor, es gäbe nirgendwo parkende Autos. Alle Fahrzeuge sind ja entweder in Bewegung oder befinden sich in den Service-Stationen. Im Ergebnis bekämen wir in den Städten jede Menge freie Flächen, die man anderweitig nutzen könnte: Kommunikation und Begegnung, Bepflanzung, Cafés, Biergärten oder Spielplätze. Unsere Städte würden für die Menschen attraktiver!

Zu allem Überfluss wäre das System dann auch noch preiswerter. Gleichbleibender Nutzen für weniger Geld!

Grob gerechnet bedeutet eine Reduzierung der Autos auf 35 Prozent auch nur 35 Prozent der Kosten. Ich weiß, das ist natürlich wieder nicht ganz richtig 😉 . Ich glaube aber, Du verstehst, worauf ich hinaus will.

Umgelegt auf alle Nutzer oder den einzelnen Kilometer sind auf jeden Fall gravierende Einsparungen möglich.

Verstärkt würde dieser Effekt, da diese neue Art von Autos im Vergleich zu heutigen individuellen Pkw kostengünstiger produziert werden könnte.

Mangels Unfällen wären Knautschzonen und andere die Sicherheit betreffende konstruktive Vorkehrungen überflüssig. Das komplette Sicherheitskonzept läge schließlich in der Steuerung. Darüber hinaus haben Elektroautos weniger Teile als Pkw mit Verbrennungsmotoren. Der ganze Aufbau wäre einfacher und funktionaler. Ohne individuellen Besitz entfiele die Notwendigkeit unterschiedlicher Gestaltungs- oder Ausstattungsvarianten. Kein Schnickschnack mehr: Form follows function. Und zwar für alle!

Ich denke, eine wirklich coole Sache. Individuelle Mobilität zu einem Bruchteil des heutigen Preises!

Wie Gunter Dueck in seinen Vorträgen immer so schön sagt: “Jeder Bürger bekäme 24.000 km pro Jahr auf Sozialhilfe frei!”.

Zukunftsmusik?

Auch wenn ich Dir das Konzept als eine Art Gedankenexperiment vorgestellt habe:

In der Realität wird an solchen oder ähnlichen Lösungen bereits seit Jahren gearbeitet. Nur halt leider nicht bei uns in Deutschland.

Unsere Automobilindustrie zieht lieber den Kopf ein und hofft, es würde dann doch nicht so schlimm kommen.

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Deutschland – auf Grund der eigenen Autoindustrie – länger als andere an individuellen Autos konventioneller Machart festhält. Trotzdem dürfen wir nicht den Fehler machen, von uns auf andere Märkte zu schließen.

Viele Länder (mit weniger emotionaler Beziehung zum Auto) sind hier bereits weiter. Sobald entsprechende Lösungen marktreif vorliegen, werden sie zugreifen und somit als Kunden für unsere konventionelle Technologie wegbrechen. Wer soll die ganzen Mercedes, BMW, Audi, Opel und VWs dann kaufen?

Sich den Herausforderungen stellen…

So oder so. In einer globalisierten Welt hängt nunmal alles mit allem zusammen. Am Ende kommen wir da nicht raus und müssen uns mutig den neuen Herausforderungen stellen.

Vielleicht konzentrieren wir uns einfach mal wieder auf unsere Stärken. Mit Kreativität, Innovationsbereitschaft und Umsetzungskompetenz können auch wir tolle neue Produkte schaffen und uns dort positionieren, wo wir in der Vergangenheit standen: an der Spitze!

Du siehst, Veränderung tut Not! Nicht nur im Großen, sondern auch bei jedem einzelnen von uns. Nur wenn wir selbst bereit sind, unsere Denkweisen für die Zukunft zu öffnen, werden wir langfristig erfolgreich und zufrieden sein.

Erfolg im Großen, wie im Kleinen hängt zusammen. Wir müssen es nur tun!

Doch das ist ein Thema für einen anderen Post…

 

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