In meinem Blog hast Du schon viel über die vor uns liegenden Veränderungen erfahren. Heute möchte ich Dir die Arbeitswelt der Zukunft zeigen. Ich werde Dir sagen, was Du – meiner Ansicht nach – hier erwarten musst und ein paar Ansätze skizzieren, wie Du Dich auf die neue Situation vorbereiten kannst.

Was glaubst Du selbst? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern? Man braucht kein zu Hellseher sein, um hier Prognosen zu wagen. Die folgenden vier Punkte sind aus meiner Sicht die wichtigsten:

1. Viele Berufe verschwinden

Damit sage ich Dir sicher nichts Neues. Genau diese Aussage hast Du erwartet, oder? Es bleibt, wie es immer war: Weitere Automatisierung und Digitalisierung der Abläufe sorgt für höhere Produktivität. Das wird dann wieder einmal Arbeitsplätze freisetzen.

Der Unterschied zu analogen Entwicklungen der Vergangenheit besteht allerdings darin, dass entsprechende Niedergänge von Berufen oder gar ganzen Branchen zeitlich wesentlich schneller ablaufen werden als jemals zuvor. Wir haben bereits öfter darüber gesprochen. In einer vernetzen Welt können neue Produkte mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit bekannt und verfügbar gemacht werden. Solche völlig neuen Produkte werden dann in vielen Fällen überholte Lösungen ersetzen und in kürzester Zeit nicht mehr benötigte Berufe verschwinden lassen.

Ein gutes Beispiel sind Paket- oder Lieferdienste. Sobald eine marktreife und benutzerfreundliche Möglichkeit zur Auslieferung von Paketen per autonomen Fahrzeug, Roboter oder Drohne vorliegt, wird es den Beruf des Zustellers nicht mehr lange geben.

Hinzu kommt der Effekt sogenannter disruptiver Innovationen. Disruption beschreibt einen Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein kompletter Markt durch eine schnell wachsende Innovation abgelöst beziehungsweise vollständig “zerschlagen” wird.

Denke hier beispielsweise an per Web oder iTunes “downloadbare” Musik, die in kürzester Zeit physische Tonträger wie CDs überflüssig machte.

Selbstverständlich werden parallel zu dieser Entwicklung auch neue Berufe entstehen. Dies allerdings nur in geringerer Zahl und in ganz bestimmten Bereichen.

2. Es trifft nicht nur schlecht ausgebildete Menschen, sondern alle

Neu ist außerdem, dass nicht nur niedrig qualifizierte Berufsgruppen vom Stellenabbau betroffen sind, sondern alle.

In der Vergangenheit gingen Arbeitsplätze vor allem durch “mechanische Automation” verloren. Zum Beispiel wurden Zerspanungsmechaniker in der Automobilindustrie durch entsprechende CNC-Drehmaschinen ersetzt.

Heute trifft es zusätzlich auch hoch qualifizierte “Kopfarbeiter”, da sich viele Dienstleistungen und Services mittlerweile sehr gut über geeignete IT-Systeme automatisieren lassen.

Brauchen wir wirklich noch Bank- oder Versicherungsberater, die in einem ersten Schritt unsere Daten in einen Computer eintippen, um uns dann im zweiten Schritt zu sagen, was sich der Computer für uns ausgedacht hat? Früher oder später wird man auf diese Mitarbeiter verzichten. Sogenannte “Chatbots” (textbasierte Dialogsysteme) können das in Zukunft mindestens genauso gut. Und vor allem: sie sind für die entsprechenden Unternehmen billiger…

Oder nehmen wir die Rechtsanwälte. Vor Gericht wird uns diese Berufsgruppe sicherlich noch einige Zeit begleiten. Im Bereich der Rechtsauskunft, Beratung oder der Erstellung von Schriftstücken sind auf kurze Sicht aber auch andere Lösungen möglich. Künstliche Intelligenz oder die Auswertung vieler identisch gelagerter Fälle sind ebenfalls in der Lage, hier qualifizierte Ergebnisse zu liefern.

Stell Dir beispielsweise vor, Du hast Deinem DSL-Provider fristlos gekündigt. Er will das nicht akzeptieren und schickt Dir bereits die zweite Mahnung. Jetzt solltest Du irgendwie reagieren.

Ein IT-System, dass bereits den Ausgang vieler solcher Fälle kennt (z.B. typische Reaktionen Deines Providers), kann Dir zuverlässig vorhersagen, welche Vorgehensweise bereits bei anderen Kunden funktionierte. Zusätzlich bekommst Du entsprechende Schriftstücke zum Ausdruck. Einen Rechtsanwalt brauchst Du dann nicht mehr. Du löst Dein Problem in kürzester Zeit, ohne das Haus zu verlassen und zu einem Bruchteil des ursprünglichen Anwaltshonorars.

Auch wenn das hier nur ein sehr triviales Beispiel ist: ich glaube, Du hast verstanden, worum es mir geht.

Zukünftig werden auch viele hoch qualifizierte Berufe entfallen, zahlenmäßig reduziert oder sich grundsätzlich verändern!

3. Nur der schwierigste Teil der Arbeit bleibt übrig

Dieser spannende Punkt wird in der Diskussion oft vergessen. Es werden nicht nur Berufe verschwinden und Arbeitsplätze überflüssig. Vielmehr wird sich die Qualität der Arbeit ansich verändern.

Bei den meisten Menschen besteht der Arbeitstag aus Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit. Es gibt einfache Routinetätigkeiten, Standard-Arbeiten und auch anspruchsvolle Aufgaben oder gar echte Probleme. Nehmen wir einmal an, jeder einzelne Bereich nimmt ein Drittel der täglichen Arbeitszeit ein.

Zukünftig werden automatisierte Systeme Deine Routinetätigkeiten und Standard-Arbeiten übernehmen. Für Dich bleiben dann nur noch anspruchsvolle Aufgaben und echte Probleme übrig!

Hierdurch wird sich die Belastung jedes Arbeitnehmers nochmals erhöhen. Als Nebeneffekt werden natürlich auch im Rahmen dieser Betrachtung wieder Arbeitsplätze freigesetzt.

Die Rechnung der Unternehmen ist denkbar einfach: Wenn ein automatisiertes System Dir alle Routine- und Standard-Aufgaben abnimmt (= 66%) kannst Du in der frei werdenden Arbeitszeit die “anspruchsvollen Aufgaben” von zwei anderen Mitarbeitern übernehmen. Die beiden anderen werden dann natürlich nicht mehr gebraucht. Schau Dir die Szenarien an.

Das (Berufs)Leben wird also härter. Wenn Du überhaupt noch einen Job hast, wirst Du nur noch Troubleshooter-Aufgaben übernehmen müssen.

Was bedeutet das für Deine Zukunft?

Jetzt fragst Du Dich sicher, was dieses (zugegebenermaßen problematische) Szenario für Dich persönlich bedeutet bzw. wie Du am besten damit umgehst. Das ist natürlich so ein Thema. Es wäre vermessen, Dir hier Ratschläge geben zu wollen. Ich kann Dir an dieser Stelle nur sagen, was ich selber tue, um mich bestmöglich zu positionieren:

A. Bereitschaft zur Veränderung, Gelassenheit und Energie-Level

In einer sich verändernden Welt muss man um schrittzuhalten zunächst einmal bereit sein, sich selbst zu verändern. Sobald Du aufhörst Dich zu bewegen, wirst Du in kürzester Zeit abgehängt. Auch wenn ich in diesem Post vorrangig auf die Risiken bzw. negativen Auswirkungen der Digitalen Transformation eingegangen bin, gibt es natürlich auch große Chancen. Die Frage ist nur, für wen. Wie immer wird es Gewinner und Verlierer geben. Es gilt also, die eigenen Chancen zu nutzen und den Herausforderungen optimistisch gegenüber zu treten.

Mit der notwendigen Gelassenheit und Ruhe. Aber natürlich auch optimal präpariert und vorbereitet. Unabhängig von einzelnen persönlichen Eigenschaften (siehe Punkt C.), wird es in diesem Zusammenhang vor allem auf ein ausreichend hohes Energie-Level ankommen. Energie ist der Motor von Veränderung und ohne Energie wird sich nichts bewegen. Auch nicht in Deinem Leben. Ausführliche Hinweise zum Thema Energie findest Du in meinem kostenlosen Tutorial “Wie Veränderung tatsächlich funktioniert” (20 Seiten, PDF). Lade Dir das ganze einfach unter www.simplydo.de herunter.

B. Nicht konsumieren, sondern aktiv gestalten

Bei diesem Punkt musste ich selbst einiges an Lehrgeld zahlen. Es geht um die Unterscheidung zwischen Konsum und aktiver Gestaltung.

Gerade wenn Du häufig online unterwegs bist, besteht die große Gefahr der persönlichen Vereinnahmung. Überall lauern spannende und interessante Dinge, die es sich (vermeintlich) anzusehen und auszuprobieren lohnt. Vor allem soziale Netzwerke üben auf die meisten Menschen eine starke Faszination aus. Jeder neue Post, jeder erhaltene Like werden vom Gehirn als “kleine Belohnung” empfunden, an die man sich viel zu schnell gewöhnen kann.

Auf diese Weise wirst Du dann zum Sklaven des Netzes. Nur, weil Du den ganzen Tag in sozialen Medien surfst, bist Du noch lange kein Digitalisierungs-Profi!

Ich bin der Ansicht, dass sich die Bevölkerung zukünftig in zwei Lager aufspalten wird.

Einerseits die Menschen mit einem tiefen Verständnis der Zusammenhänge in einer sich verändernden Welt. Sie schauen hinter die Kulissen und kennen sowohl die Erfolg bringenden, aber auch vernichtenden Mechanismen der Digitalen Revolution. Wichtigstes Merkmal dieser Gruppe ist, dass sie ausschließlich “gestaltet” und die erkannten Zusammenhänge für sich (und hoffentlich auch die Gesellschaft!) im positiven Sinne nutzt. So ein Verhalten kannst Du Dir zum Vorbild nehmen.

Dieser zahlenmäßig sehr kleinen Gruppe von Menschen stehen unzählige “Konsumenten” gegenüber. Die meisten von ihnen verwenden neue Technologien ebenfalls sehr intensiv, nur eben in einer anderen, destruktiven Art und Weise: sie schreiben den ganzen Tag willenlos Nachrichten, surfen ununterbrochen in sozialen Netzwerken, spielen Online-Games und sind auch sonst bei jedem noch so sinnfreien Hype ganz vorne mit dabei. Hier geht es nicht um “Verstehen” oder “Gestalten”, sondern ausschließlich um “kurzfristige Belohnung” in Form kontinuierlichen Konsums.

Hüte Dich vor dieser Form der Aktivität und lass Dich nicht vereinnahmen! Achte vor allem auf das Verhalten Deiner Kinder! (sorry, jetzt gebe ich Dir doch Ratschläge, was ich ja eigentlich nicht tun wollte)

C. Konzentration auf das, was der Computer (vorerst) nicht kann

Nach den beiden letzten eher allgemeinen Punkten, will ich an dieser Stelle noch einmal konkret werden. Welche Fähigkeiten und Eigenschaften werden zukünftig nützlich sein?

Ich denke die Antwort ist ganz einfach: Konzentriere Dich auf die Dinge, die Computer auch zukünftig nicht erledigen können. Fast ausnahmelos geht es dabei um die “Schnittstellen” zwischen mehreren Menschen. Die einzelnen losen Teile und automatisierten Prozesse müssen organisiert, kommuniziert und zusammengehalten werden. Innerhalb eins Teams, eines Projektes, zum Kunden oder sonstwo.

Wenn ich Dir einen Rat geben sollte, wäre es dieser. Beschäftige Dich mit den sogenannten “weichen Faktoren” Deiner Persönlichkeit!

Strategisches und taktisches Denken, gewinnende Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen, soziale- und emotionale Intelligenz, Begeisterungsfähigkeit (sich selbst und auch andere), Lernfähigkeit, Kreativität und Neugier, echte Führungskompetenz, natürliche Autorität und Vorbild, Authentizität, Initiative ergreifen, Hartnäckigkeit und Ausdauer, Offenheit, Positive Grundhaltung, Empathie, Sinn für Humor, usw.

Leider sind genau das die Eigenschaften, die in keiner Schule oder Universität gelehrt werden. Doch das ist (wieder einmal) ein Thema für einen anderen Post.

Zum Schluß

Wie Du siehst, ist auch beim Thema Arbeitswelt kontinuierliche Veränderung und persönliche Weiterentwicklung der Schlüssel für eine glückliche Zukunft. Und die kommt schneller als Du vielleicht denkst.

Mach das Beste draus!

 

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