Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie Du mit persönlichen oder beruflichen Veränderungen umgehst? Was denkst, fühlst und tust Du, wenn Neuerungen anstehen bzw. die Situation sich verändert? Bist Du eher beunruhigt und würdest lieber alles so lassen, wie es ist? Oder denkst Du gleich an Chancen und Möglichkeiten, die eine Veränderung mit sich bringen könnte?

Veränderungskiller 1: Angst

Die meisten Menschen reagieren auf Veränderung zunächst mit negativen Gefühlen wie Ablehnung, Unsicherheit oder Angst. Jetzt hat man sich doch gerade erst an die Situation gewöhnt und nun soll alles wieder anders werden!? Genau genommen ist es nicht die Veränderung selbst, die solche negativen Emotionen hervorruft. Grund dafür ist viel eher die Unsicherheit, die wir mit der Veränderung in Zusammenhang bringen. Wir befürchten, im Veränderungsprozess zumindest kurzfristig die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Und genau damit können wir nur sehr schwer leben.

Dass es bei der Skepsis gegenüber Veränderungen vor allem um Angst, Unsicherheit und Kontrollverlust geht, kann man gut erkennen, wenn man sich im Umkehrschluss Veränderungen ansieht, bei denen es genau diese Unsicherheiten (vermeintlich) nicht gibt. In solchen Fällen wird eine Änderung der Situation von den meisten Menschen begrüßt und positiv wahrgenommen. Ich denke hierbei beispielsweise an einen Lottogewinn oder den bevorstehenden Familienurlaub. Derartige Veränderungen sind willkommen, da man hier eben nicht mit negativen Überraschungen rechnet.

Auch wenn die meisten Veränderungen als solche zunächst einmal neutral sind, d.h. immer gewisse Risiken aber auch Chancen und positive Aspekte bieten, ist in unserer Gesellschaft die tiefgreifende Angst vor dem Wandel weit verbreitet.

Diese Angst vor dem Neuen geht bei vielen Menschen soweit, dass man lieber eine gewohnte aber belastende Situation akzeptiert, anstatt sich auf das Abenteuer einer Veränderung einzulassen.

Was wird mich in der neuen Situation erwarten? Werde ich damit klarkommen oder ist mit Problemen zu rechnen? Bin ich Gewinner oder doch eher Verlierer?

Welche Gedanken sich in Bezug auf die Unsicherheit der bevorstehenden Situation einstellen hat sehr stark mit Deinem Selbstbewusstsein bzw. Selbstvertrauen zu tun. Wenn Du Dir selbst und Deinen Fähigkeiten vertraust, wirst Du Dir weniger Gedanken machen, als wenn Du Dich als Opfer der äusseren Umstände fühlst. Aus diesem Grund wird die Arbeit am eigenen Selbstvertrauen immer auch positiven Einfluss auf den Umgang mit Veränderungen haben.

Veränderungskiller 2: Bequemlichkeit 

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der Veränderungen aller Art am liebsten verhindern möchte. Ich meine unsere Bequemlichkeit.

Jede Form der Veränderung bedeutet ein Verlassen eingetretener Pfade. Und genau das ist immer mit mentaler, emotionaler oder auch körperlicher Anstrengung verbunden. Sobald sich die Situation ändert, musst Du Dich mit neuen Umständen auseinandersetzen und neue Denkweisen oder Handlungen etablieren. Darauf hat natürlich keiner Lust und Dein innerer Schweinehund schon mal gar nicht. Selbst wenn Dir eine Veränderung langfristig sinnvoll erscheint, wirst Du Dich für den ersten Schritt zunächst einmal überwinden müssen. Also, dann doch lieber (erst einmal) alles beim Alten lassen, oder!? Natürlich nicht 😉

Veränderung ist notwendig – für jeden von uns

Ich denke, in diesem Punkt sind wir uns schnell einig. Persönliche Entwicklung ohne Veränderung ist nunmal nicht möglich. Das liegt schon in der Natur der Sache. Wenn Du weiterhin nur das tust, was Du immer getan hast, wirst Du auch der bleiben, der Du immer warst und nur das bekommen, was Du schon immer hattest. Veränderung ist der Anfang jeder Entwicklung und somit die wichtigste Voraussetzung für Wachstum, Erfolg und Zufriedenheit.

Neben diesen grundsätzlichen Motiven gibt es aber auch ganz handfeste äußere Gründe, warum Du bereit sein musst, Dich zu verändern. Während unsere Eltern und Großeltern noch ein Leben führten, das in weiten Teilen von Kontinuität und berechenbaren Umständen geprägt war (ich rede hier vorrangig vom beruflichen Bereich, die Wirren des letzten Weltkrieges lassen wir mal raus), befinden wir uns jetzt in einer Zeit der kontinuierlichen Veränderung. Nie änderten sich die Dinge schneller als heute. Was gestern noch galt, ist heute schon veraltet und wird spätestens morgen völlig seine Gültigkeit verloren haben.

Motor und Ursprung dieser gesellschaftlichen Entwicklung, die man begrüßen oder verteufeln, nicht aber ignorieren kann, ist der rasant verlaufende technische Fortschritt. Besonders im Bereich der Informationstechnologie und des Internet gibt es nahezu jeden Tag neue und spannende Ideen zu entdecken. Diese Technologien werden zukünftig großen Einfluss auf unser berufliches aber auch privates Leben haben. Erst ändern sie Strukturen, Abläufe und Prozesse, danach unser Wahrnehmen und Denken.

Nehmen wir doch einfach mal das Beispiel der sogenannten augmented Reality (= erweiterten Realität). Hierbei geht es einfach gesagt darum, dass mit einer Art Brille ein per Kamera aufgenommenes Bild in Echtzeit um zusätzliche Informationen ergänzt wird. Stell Dir vor, Du schaust durch Deine Brille und bekommst zu dem Gemälde, das Du Dir gerade im Museum ansiehst, ergänzende Informationen wie Hinweistexte zu Maler und Entstehungsgeschichte eingeblendet.

Auf diese Weise werden uns die Maschinen dann zukünftig auch sagen, was – auf welche Weise – zu tun ist. Sie könnten beispielsweise dem technischen Laien direkt am defekten Gerät, z.B. einem Auto oder Computer “zeigen”, welche Handgriffe zum Einbau eines bestimmten Ersatzteils notwendig sind. Natürlich sind für solche Systeme tausende weiterer Anwendungen denkbar. Zusteller werden automatisch zum Kunden navigiert, Lageristen bekommen im Warenlager live gezeigt, welches Paket als nächstes zu bearbeiten ist und neue Mitarbeiter werden “virtuell” in Windeseile in Ihren Job eingearbeitet.

Es ist nicht besonders schwierig zu erkennen, dass dies großen Einfluss auf die meisten Berufsbilder und Branchen haben wird. Viele Berufe werden völlig verschwinden, neue Berufsbilder werden entstehen. Und wir als Unternehmer, Selbständige oder Arbeitnehmer müssen dann mit dieser Entwicklung klarkommen 😉

Vielleicht wirst Du jetzt sagen, dass Du Deinen Beruf sorgfältig gewählt hast und solche Entwicklungen in Deiner Branche keine Rolle spielen. Ich kann Dir versichern, dass das nicht so ist. Egal, wer Du bist oder was Du tust. Auch in Deinem Job wirst Du früher oder später mit den massiven Veränderungen des technischen Fortschritts leben müssen. Es sei denn, Du stehst kurz vor der Rente.

Verändere Dich oder resigniere

Diese Aussage hört sich zunächst ein wenig drastisch an. Sie entspricht aber genau meiner Überzeugung und dem, was ich Dir hier sagen will. Wenn man der Veränderung insbesondere im beruflichen Umfeld nicht entgehen kann, bleibt einem nur, sich darauf einzulassen und sie zum eigenen Vorteil zu nutzen. Wie heißt es so schön: “Du kannst die Welle nicht stoppen, aber Du kannst lernen, sie zu reiten!”. Und genau darum geht es.

Nur wenn Du Dich mental und emotional auf bevorstehende Veränderungen vorbereitest, wirst Du zukünftig Deine Chancen wahren. Damit ist nicht nur gemeint, anstehende Veränderungen einfach so “hinzunehmen”. Vielmehr musst Du ein Meister der Veränderung werden. Beobachte genau, analysiere die Situation und trete notwendigen Veränderungen proaktiv gegenüber. Beginne Deine Aktivitäten bereits dann, wenn andere noch verzweifelt hoffen, alles würde beim Alten bleiben. Sei furchtlos und richte Deinen Blick auf Chancen statt auf Risiken!

Die Fähigkeit zur proaktiven Veränderung wird zukünftig der entscheidende Faktor für beruflichen Erfolg sein!

Jetzt liegt es an Dir!

Wenn Du Dich nun entschlossen hast, anstehenden Veränderungen positiver und offener gegenüberzutreten, kannst Du dies sehr einfach mit den folgenden beiden Schritten erreichen.

Schritt 1 – Schaffe Klarheit in Deinem Kopf

Zunächst solltest Du Dir einmal ansehen, wo Du in Bezug auf Veränderungen stehst bzw. wie Du darüber denkst und damit umgehst. Am besten ist es natürlich, wenn Du das schriftlich beantwortest.

  1. An welche großen Veränderungen in Deinem Leben erinnerst Du Dich? Hierbei kommt es nicht darauf an, ob diese von außen an Dich herangetragen wurden oder ob Du Dich selbst dazu entschlossen hast.
  2. Was empfindest Du, wenn Du mit gravierenden Veränderungen konfrontiert bist? Positive Aufregung? Vorfreude? Skepsis, Unbehagen oder sogar Angst?
  3. Lässt Du Dich in diesem Fall von Deinen Emotionen leiten? Ignorierst oder verschiebst Du beispielsweise anstehende Veränderungen, die Dir unangenehm sind?
  4. Wie sind Veränderungen, die Du anfangs ablehntest dann am Ende tatsächlich ausgegangen? Ist das befürchtete negative Ergebnis tatsächlich eingetreten oder haben sich die Dinge positiv entwickelt?
  5. Hand aufs Herz: Gab es in der Vergangenheit Veränderungen, die Du nicht angehen wolltest, weil Du schlichtweg zu faul warst?
  6. Was sagen Dir die Antworten auf die Fragen 1 bis 5 in Bezug auf Deine Veränderungsbereitschaft? Wo kannst Du Dich noch verbessern?

Schritt 2 – Mache Dich mit Veränderungen vertraut

Natürlich gibt es eine ganze Fülle an Möglichkeiten, seine Einstellung zu anstehenden Veränderungen zu verbessern. Beispielsweise könntest Du die Mentaltechnik der Visualisierung verwenden, bei der Du Dir eine erfolgreich durchgeführte Veränderung gedanklich sehr intensiv und lebhaft vorstellst. Eine andere Möglichkeit sind positive Affirmationen. Dabei handelt es sich um kurze positive Sätze wie “Ich bin offen für Veränderungen und nutze meine Chancen!”, die Du Dir gedanklich immer wieder vorsagst. Beide Methoden will ich hier nicht weiter vertiefen. Wenn Dich das genauer interessiert, findest Du im Internet jede Menge Anleitungen und Erklärungen.

Ich möchte mich an dieser Stelle lieber auf einen praktischen Ansatz konzentrieren, der Dich sofort ins Handeln bringt und vor allem keine zusätzliche Minute Deiner wertvollen Zeit kostet. Bei dieser Methode geht es darum, im Alltag möglichst oft eingetretene Pfade zu verlassen und Dich aktiv der Veränderung zu öffnen. Idee ist es, in alltäglichen Situationen einfach mal etwas anders zu machen als sonst:

  • Nehme beispielsweise jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit oder wechsele das Verkehrsmittel.
  • Setze Dich in Besprechungen und Meetings immer auf einen anderen Platz.
  • Esse im Restaurant nicht immer Dein Lieblingsgericht, sondern probiere die komplette Karte aus. Natürlich kannst Du auch zwischen verschiedenen Restaurants wechseln. Probiere hier vor allem solche aus, die eigentlich nicht Deinen Vorlieben entsprechen.
  • Variiere Deinen Tagesablauf. Stehe beispielsweise im Urlaub bereits um 3 Uhr nachts auf und gehe dafür um 18 Uhr schlafen.
  • Fahre öfter mal zum Einkaufen in eine fremde Stadt, in der Du Dich nicht auskennst.
  • Löse Dich auf Parties von Deiner Clique und suche Kontakt zu fremden Menschen.

Sicher fallen Dir selbst noch jede Menge Möglichkeiten ein, bestehende Routinen zu verlassen und neue Wege zu betreten. Obwohl es bei der vorgeschlagenen Methode zunächst nur um verändertes Handeln geht, wird Dein Unterbewusstsein jede abweichende Handlung genau zur Kenntnis nehmen. Auf diese Weise gewöhnst Du Dich mit der Zeit an Veränderung als solche. Sie wird für Dich sozusagen Schritt für Schritt zum Normalzustand, mit der Folge, dass auch die damit verbundenen unbehaglichen Gefühle verschwinden.

Besonders vorteilhaft ist, dass Dein Unterbewusstsein in Bezug auf Dein Training nicht zwischen großen bedeutenden und kleinen Veränderungen unterscheidet. Beim Einprägen neuer Gewohnheiten und Einstellungen kommt es mehr auf die Anzahl der Wiederholungen an, als auf die Relevanz der einzelnen Ereignisse. Viele kleine erfolgreich durchgeführte Veränderungen werden Dein Unterbewusstsein also stärker beeinflussen, als nur wenige große. Und genau das ist der Ansatz, über den Du mit geringem Kräfteeinsatz viel erreichen kannst.

Sobald Du Dich an kleine Veränderungen gewöhnt hast, kannst Du Dir natürlich auch größere Dinge vornehmen, beispielsweise:

  • Stelle hin und wieder in Deiner Wohnung oder Deinem Büro die Möbel um.
  • Verpasse den Wänden einen neuen Anstrich in einer auffälligen Farbe.
  • Wechsele Arbeitsplatz oder Wohnort, wenn sich eine neue vielversprechende Chance ergibt.
  • Verkaufe Dein Auto und nutze zukünftig nur noch Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel. (Ok, falls Du merkst, dass das doch nichts für Dich ist, kannst Du Dir ja wieder ein Auto kaufen. Es geht hierbei ja nur darum, sich offen und vorurteilsfrei auf Veränderungsprozesse einzulassen und neue Dinge auszuprobieren 😉 )

Eines kann ich Dir auf jeden Fall versprechen: Wenn Du Dich auf den hier geschilderten Weg der kleinen aber kontinuierlichen Veränderungen einlässt, wirst Du sehr schnell merken, wie viel Spaß das machen kann. Mit jeder (unsinnigen) Routine, die verschwindet, wird Dein Leben bunter und spannender!

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Mehr Bereitschaft für Veränderung im hier beschriebenen Sinne bedeutet nicht, vernünftige Routinen und Gewohnheiten über Bord zu werfen. Dort, wo routiniertes Verhalten und effektive Gewohnheiten sinnvoll sind und zu Deinem Erfolg beitragen, sollst Du natürlich nichts verändern. Es ist wie so oft im Leben eine Gratwanderung, bei der es auf das richtige Augenmaß ankommt. Du musst also das eine tun, ohne das andere zu lassen. Mehr noch: Damit Du Dich entspannt und offen in bestimmten Bereichen auf Veränderung einlassen kannst, muss es in anderen Bereichen Deines Lebens auch statische und verlässliche Dinge geben. Solche Ruhepole können ganz unterschiedlicher Natur sein, je nach Deinem Wesen und persönlichen Geschmack: Feste Morgen- oder Abendrituale, Familie, Freunde, Haus bzw. Wohnung als Rückzugsort oder auch Deine spirituelle oder religiöse Einstellung. Achte also neben der notwendigen Bereitschaft zur Veränderung auch immer auf ein geeignetes Fundament, das Dich zentriert und mit der Welt verbindet. Veränderung ohne Erdung macht Dich zum Fähnchen im Wind. Doch das ist ein anderes Thema 😉

Du findest den Vorschlag “Gewöhne Dich an Veränderung!” als Vorlage auf simplydo.

 

Bist Du dabei?
Du willst Dich in spannenden Zeiten verändern und in Bezug auf Deine Ziele vorankommen? Auf simplydo.de findest Du meine Online-Anwendung, die hervorragend funktioniert und erfolgreiche Gewohnheiten Schritt für Schritt in Deinen Alltag integriert! Unter simplydo-coaches.de auch in einer Version für Coaches, Trainer und Psychologen…
Nichts mehr verpassen!
Wenn Du willst, gebe ich Dir immer dann Bescheid, wenn es hier etwas Neues gibt. Trage einfach Deinen Vornamen und Deine E-Mail-Adresse ein.


 

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked*